Februar 2015 - Stand des Projektes der TU Dresden

Die Literaturrecherchen zur Geschichte und zu den Merkmalen der einzelnen Sprachlandschaften sind erfolgt und werden gegenwärtig für die Plattform aufbereitet.

Fünf Mehrgenerationenstudien wurden durchgeführt und befinden sich in der Auswertung.

Voraussichtlich Mitte April werden die ersten Ergebnisse auf der Webseite veröffentlicht.

zur Information: Untersuchungsdesign/Erhebungsbogen
2015-02_fragebogen_projekt_mundarten_regionalsprache_1.pdf

Projekt: Mundarten und Regionalsprache in Sachsen

Aufgabenstellung: Im Projekt des Hauptseminars im WS (Wintersemester) 2014/15 „Regionale Variation im Deutschen“ sollen Forschungsergebnisse zusammengetragen und bisherige Spracherhebungen dokumentiert werden, die Aussagen über die Sprachsituation in Sachsen aus historischer und gegenwärtiger Perspektive ermöglichen. Gleichzeitig soll mit ersten Mehrgenerationenstudien (Interviews und Erhebung von Sprachproben) in ausgewählten Sprachlandschaften begonnen werden, die es gestatten Aussagen zu Sprachwandeltendenzen im Raum Sachsen zu treffen. Diese Studien sollen in den folgenden Semestern fortgeführt werden.

Es ist geplant die Ergebnisse für die Webseite des Instituts für Sächsische Kultur und Sprache aufzubereiten und dort zu veröffentlichen. Als Orientierung dienen die bereits auf der Webseite veröffentlichten Karten, die sich auf die Publikation von Becker/Bergmann 1969 beziehen (vgl. http://www.institut-sks.de/Mundart/Mundartgebiete.html ).

Folgende Teilaufgaben sind zu realisieren:

1. Einordnung des sächsischen Sprachraums aus dialektologischer Sicht Die historische Entwicklung der Sprachräume in Sachsen weist sowohl Gemeinsamkeiten als auch Unterschiede zu anderen Landschaften im deutschsprachigen Raum auf. Leider wird diese Einbettung in sprachgeschichtliche Zusammenhänge selten dargestellt. Diese Einordnung soll auf der Webseite vorgenommen werden.

2. Darstellung übergreifender Sprachwandeltendenzen im deutschen Sprachraum Die aktuelle Sprachsituation in Sachsen ist nicht unabhängig von den Sprachwandeltendenzen in anderen Sprachräumen Deutschlands (z.B. Rückgang von Dialektalität). Allerdings existieren derzeit keine größeren Erhebungen für den Raum Sachsen. Aus diesem Grund sollen generelle Sprachwandeltendenzen im deutschsprachigen Raum überblicksartig auf der Webseite dargestellt und Hypothesen für den sächsischen Raum abgeleitet werden.

3. Darstellung wichtiger sprachgeschichtlicher Hintergründe der einzelnen Sprachlandschaften Wichtige wirtschaftliche und politische Fakten sollen in knapper Form für die einzelnen Sprachlandschaften formuliert werden (beginnend mit Meißnisch, Westerzgebirgisch, Vogtländisch, Westlausitzisch).

4. Darstellung sprachlicher Merkmale der einzelnen Sprachlandschaften aus historischer und aktueller Sicht auf Grundlage vorhandener Literatur Diese Merkmale sollen beschrieben und für die Plattform bearbeitet werden.

5. Erarbeitung und Überprüfung des Untersuchungsdesigns für die Mehrgenerationenstudien Das derzeit verwendete Untersuchungsdesign finden Sie im Anhang.

Motivation:

1. Es gibt bisher keine Internetdarstellungen, die den gesamten sächsischen Raum aus historischer und aktueller Sicht bearbeitet haben.

2. Die Bewertung des Sächsischen wird durch Vorurteile geprägt, die hinterfragt und ggf. korrigiert werden müssen. Erklärungsbedürftig ist das Phänomen, warum die Einstellung zur sächsischen Sprache in und außerhalb Sachsens durch unvergleichlich starke Emotionen, polarisierende Bewertungen und häufig stigmatisierende Stereotypisierungen geprägt ist. Wollte man den meisten Umfragen zur Beliebtheit von Dialekten und Regionalsprachen in Deutschland Glauben schenken, so müssten die Sachsen im ostmitteldeutschen Raum besonders stark von der Standardsprache abweichen und durch ihre Sprechweise Aversionen hervorrufen. Was ist dran an diesen Einschätzungen? Stellt das Sächsische eine Ausnahme im deutschsprachigen Raum dar? Wie ist die Sprachlandschaft entstanden? Kann man alle Sachsen über einen Kamm scheren oder zeigen die ursprünglichen 21 sächsischen Mundarten (vgl. Becker/Bergmann 1969) noch Auswirkungen bis in die Gegenwart? Ist das Sächsische überhaupt noch als Dialekt nachweisbar? Wie regional sprechen die Menschen in verschiedenen Gebieten Sachsens? Was zeigen Mehrgenerationenstudien? Diese und weitere Fragen versuchen wir zu beantworten, weil wir die Ursache stereotyper Bewertungen u.a. im nicht vorhandenen kulturgeschichtlichen Wissen sehen. Die Kenntnis kulturgeschichtlicher Traditionen trägt u.E. auch zum selbstbewussten Umgang mit der eigenen Sprechweise bei.

Zeitplanung:

1. Projektphase (Oktober 2014 - April 2015)

2. Projektphase (April 2015 - Juni 2016)

zur Information: Untersuchungsdesign/Erhebungsbogen
2015-02_fragebogen_projekt_mundarten_regionalsprache_sachsen.pdf